Der Stifter

Ein Sohn Lübecks


Der Stifter


Heinrich Dräger hat sich zeitlebens mit wichtigen aktuellen sozial- und wirtschaftspolitischen Problemen auseinandergesetzt. Sein Interesse galt unter anderem der Beschäftigungs- und Vermögenspolitik, der Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts sowie der Entwicklungs- und Bevölkerungspolitik. Hierzu veröffentlichte er zahlreiche Schriften.

Während seiner Zeit an der Spitze des Drägerwerks über fast 40 Jahre – von 1928 bis 1986 – zeigte Heinrich Dräger sowohl unternehmerische Weitsicht als auch soziales und gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein. Neben dem Wohl seiner Mitarbeiter war er sich auch seiner Verantwortung als Unternehmer bewusst. Dies geschah auf vielen Ebenen. Er spendete für kulturelle und gemeinnützige Zwecke und gründete am 5. Juni 1974 die Dräger-Stiftung. Den Stiftungszweck wählte er bewusst sehr weitgefasst, um dort helfen zu können, wo es am notwendigsten ist. Im Sinne des Stifters widmet sich die Dräger-Stiftung auch heute weiterhin diesem Stiftungszweck.

Vita Dr. Heinrich Dräger

Dr. Heinrich Dräger

Heinrich Dräger wurde am 2. Juli 1898 in Lübeck als Sohn des Ingenieurs Bernhard Dräger und dessen Frau Elfriede geboren. Im Jahr 1916, im Anschluss an sein Abitur, zog Heinrich Dräger in den Ersten Weltkrieg. Nach seiner Rückkehr begann er 1922 mit dem Studium der Agrarökonomie und legte 1924 sein Staatsexamen ab. 1927 folgte die Promotion. Im selben Jahr trat er in das väterliche Unternehmen ein. Ein Jahr später starb sein Vater Bernhard, und Heinrich Dräger übernahm die Leitung des Drägerwerks. 1931 wurde er Alleininhaber. Im gleichen Jahr gründete er die Studiengesellschaft für Geld- und Kreditwirtschaft. Hauptziel der Studiengesellschaft war die Bekämpfung der Weltwirtschaftskrise, die Deutschland und andere Länder an den Rand des wirtschaftlichen und sozialen Ruins brachte.

Seine Ideen zur Arbeitsbeschaffung wurden unter anderem von den Nationalsozialisten aufgenommen und nach deren „Machtergreifung“ 1933 zum Teil auch erfolgreich umgesetzt. In der NS-Zeit agierte Heinrich Dräger in einem Spannungsfeld von Anpassung und Ablehnung. Er war gegen die NS-Ideologie – er half etwa jüdischen Verfolgten in vielen und auch entscheidenden Situationen – doch zugleich war sein Unternehmen mit der Produktion von Atemschutzgeräten wie etwa Gasschutzmasken in die deutsche Kriegsproduktion involviert.

In der Nachkriegszeit engagierte sich Heinrich Dräger publizistisch, um die demokratische Bundesrepublik zu stärken. Die Gründung der Dräger-Stiftung im Jahr 1974 war ein weiterer Ausdruck seines gesellschaftlichen Engagements. 1979 ging das Unternehmen an die Börse und Heinrich Dräger wurde Vorstandsvorsitzender der Drägerwerk AG. 1982 ernannte die Lübecker Bürgerschaft Heinrich Dräger zum Ehrenbürger. 1984, im Alter von 86 Jahren, gab Heinrich Dräger den Vorstandsvorsitz an seinen Sohn Dr. Christian Dräger ab und wechselte in den Aufsichtsrat. Heinrich Dräger starb am 28. Juni 1986 in Lübeck.