Wissenschaft & Forschung

Zum Wohle des Menschen


Wissenschaft & Forschung


Der Stifter Heinrich Dräger leitete fast 60 Jahre das Lübecker Drägerwerk, ein großes international agierendes Unternehmen im Bereich der Medizin- und Sicherheitstechnik. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich die Dräger-Stiftung auch in der medizinischen Forschung engagiert und interessante Projekte zum Thema Gesundheit unterstützt.

 

Lesen Sie mehr zu ausgewählten Projekten, die die Dräger-Stiftung in den vergangenen Jahren gefördert hat.

Alkoholfrei in der Schwangerschaft

 

Seit über 30 Jahren bietet der Verein FRAUEN SUCHT GESUNDHEIT e.V. für Frauen in Kiel und Schleswig-Holstein ein differenziertes und zeitgemäßes Hilfsangebot bei Suchtproblemen an. Seit März 2020 berät der Verein mit dem Projekt DAISI – Kein Alkohol in der Schwangerschaft junge Mädchen, Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere über Möglichkeiten, ohne Schuldzuweisungen und Druck das eigene Konsumverhalten zu analysieren. Ziel ist es, Erkrankungen und Beeinträchtigungen des Ungeborenen durch den Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft und Stillzeit zu verhindern. Die Dräger-Stiftung unterstützt diese sinnvolle Präventionsarbeit, die auch über die nächsten Jahre hinaus wirksam und beständig sein soll.

JuLe – Fachklinik für Junges Leben

 

Die neue Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Vorwerker Diakonie in Lübeck bietet in Zukunft jährlich rund 500 Kindern und Jugendlichen im Alter von
11 bis 18 Jahren eine stationäre Behandlung. Zu den Krankheitsbildern gehören Traumata, Depressionen, Borderline-, Zwangs- und Angststörungen sowie Selbstverletzungen und Suizidgedanken. Die moderne Kriseninterventions-Station der Klinik verfügt neben einer Notaufnahme und Akutstation über zwei Krisenräume. Die Dräger-Stiftung trägt die Kosten für die spezielle Ausstattung einer dieser Krisenräume.

Sichere Kommunikation in der Bergrettung

 

Im Gesundheitswesen ist eine sichere Kommunikation die Grundlage für eine erfolgreiche Versorgung des Patienten. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie untersucht das Center for the Advancement of Healthcare Quality & Patient Safety (CAHQS), inwieweit die Implementierung einer Kommunikation nach dem SACCIA Modell die Qualität und Sicherheit in der Bergrettung nachhaltig verbessern und damit zur Patientensicherheit beitragen kann. Die systematische Untersuchung erfolgt in Kooperation mit der Bergrettung Wallis/Schweiz und wird von der Dräger-Stiftung finanziert.

SOCIUS-Mentoringprogramm

 

Der steigende Fachärztemangel in Deutschland stellt eine zunehmende Herausforderung dar. Insbesondere chirurgische Fächer leiden unter Nachwuchssorgen. Im Jahr 2020 hat die Medizinische Hochschule Hannover ein von der Dräger-Stiftung gefördertes dreijähriges Pilotprojekt gestartet, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Im SOCIUS-Mentoringprogramm (Surgical Oncology Curriculum zur Individuellen Unterstützung ambitionierter Studierender) bereiten klinisch-wissenschaftliche Ärzte ambitionierte Studierende durch individuelles Mentoring, Training von operativen Fähigkeiten und die Vermittlung von Soft-Skills optimal auf ihre berufliche Karriere vor. Vor Beginn und nach Abschluss des Programmes erfolgt eine Evaluation, um den Einfluss der einzelnen Module auf die Entwicklung der Studierenden auszuwerten.

Globale Chirurgie

 

Im Februar 2020 hat die Dräger-Stiftung ein Stipendium für eine Promotionsarbeit am Lehrstuhl für Epidemiologie an der Technischen Universität München zum Thema Globale Chirurgie vergeben. Globale Chirurgie zielt darauf ab, allen Menschen Zugang zu einer adäquaten und bezahlbaren chirurgischen Basisversorgung zu ermöglichen. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf dem Zugang zu sicherer und qualitativ hochwertiger chirurgischer Versorgung für unterversorgte oder von Konflikten, Flucht und Katastrophen betroffenen Bevölkerungsgruppen weltweit.

Gesundheitsbotschafter für den Senegal

 

Der Verein Future E.D.M. (Enfants Défavorisés et Malades) wurde im Jahr 2014 von engagierten Lübecker Medizinstudentinnen gegründet und setzt sich für ein selbstbestimmtes Leben junger Senegalesen ein. Seit 2017 bildete der Verein gemeinsam mit seinem Partnerverein Elena E.D.M. im Senegal 200 Jugendliche zu Gesundheitsbotschaftern aus. Die Botschafter reisen in ländliche Gebiete und klären Gleichaltrige in Sexualkunde, Hygiene und Gleichberechtigung von Mann und Frau auf. Bis heute konnte das Projekt ca. 40.000 Senegalesen erreichen. Im Jahr 2018 ermöglichte die Dräger-Stiftung die Ausbildung weiterer Gesundheitsbotschafter und übernimmt ab 2020 auch deren Reisekosten in entlegene Regionen, um den Senegal flächendeckend zu erreichen.

Future E.D.M. wurde am 3. Juni 2019 von Bundeskanzlerin Merkel als eine von bundesweit 25 herausragenden sozialen Initiativen ausgezeichnet.

Jahresbericht 2020

Kids save Lives

 

Die Dräger-Stiftung hat 2019 in Kooperation mit dem Deutschen Rat für Wiederbelebung (GRC) und dem Institut für Rettungs- und Notfallmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (IRuN) die Initiative Kids save Lives nach Lübeck gebracht. Ziel der Initiative ist es, in allen Bundesländern Schüler in Wiederbelebung auszubilden und dadurch eine Laienreanimationsquote von mehr als 50 Prozent zu erreichen. Hierzu wurden Lehrkräfte von Lübecker Gemeinschaftsschulen und Gymnasien von Instruktoren in zertifizierten Kursen in Reanimation geschult. Neben Schulungsmaterialien erhielten die Lehrer jeweils einen Klassensatz an Trainingspuppen für die Implementierung des Reanimationsunterrichtes in den Schulalltag.

Deutsche Gesellschaft für Tropenchirurgie

 

Die Deutsche Gesellschaft für Tropenchirurgie e.V. (DTC) vertritt das deutsche Gesundheitspersonal mit chirurgischen Interessen im Bereich der Globalen Gesundheit. Die von der Dräger-Stiftung geförderte Global Surgery Conference 2019 in Lübeck bot nationalen und internationalen Experten, Ärzten, Studenten und Forschern aus 37 Ländern die Möglichkeit, sich über Behandlungsstrategien im globalen Kontext, insbesondere in Low- and Middle Income Ländern, auszutauschen. Auch Forschung, Ausbildung und angepasste Technologien standen im Fokus des dreitägigen Symposiums, auf dem auch globale Partnerschaften geknüpft wurden.

Ärzte für Madagaskar

 

Der Verein Ärzte für Madagaskar e.V. hat es sich zum Ziel gesetzt, die katastrophale medizinische Versorgung in Madagaskar zu verbessern. Der Verein unterstützt Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen mit Spenden, bietet medizinische Fortbildungen für die dortigen Ärzte und Pflegekräfte, realisiert Baumaßnahmen und entsendet Ärzteteams und Baufachleute. Mit Hilfe der Dräger-Stiftung wird 2019 im Dorf Agnavoha/ Süd-Madagaskar ein Brunnen modernisiert, um das dortige Gesundheitszentrum mit fließend Wasser zu versorgen. Dies dient der Verbesserung der Hygiene und damit der Patientensicherheit. Durch die Errichtung einer zusätzlichen Entnahmestelle kann in Zukunft auch die Dorfbevölkerung mit ausreichend Wasser versorgt werden.

Inklusion im Wassersport

 

Der 2015 gegründete Verein Sail United e.V. setzt sich für die Förderung und Entwicklung des inklusiven und integrativen Wassersports in Schleswig-Holstein ein. Denn Wassersport bietet Menschen mit Behinderungen einzigartige Möglichkeiten der Inklusion, auch im Leistungs- und Breitensport. Mit dem Projekt YES WE CAN spricht Sail United Vereinsverantwortliche, Reha-Institutionen, Schulen und Menschen mit Behinderungen gezielt darauf an. Durch Einweisung und Ausbildung spezialisierter Trainer und Fachübungsleiter sowie inklusive Wassersport-Events wird Wassersport für Menschen mit Behinderungen erschlossen und nachhaltig gefördert. Die Dräger-Stiftung unterstützt dieses Vorhaben ab 2019 über den gesamten Projektzeitraum von drei Jahren am Standort Lübeck.

Brücke zur Verständigung

 

Das Projekt „Brücke zur Verständigung“ leistet humanitäre Hilfe in Amman und in der Region Mafrag/Nordjordanien. Durch musiktherapeutische Traumatherapie und andere Rehabilitationsmaßnahmen wird syrischen und irakischen Flüchtlingskindern mit schweren posttraumatischen Belastungsstörungen zu neuer und bleibender psychischer Stabilität verholfen. Träger der Deutschen Entwicklungsarbeit ist der Verein Christliche Fachkräfte International e.V. Um die Hilfe nachhaltig in den Flüchtlingsgebieten zu etablieren, finanzierte die Dräger-Stiftung ab 2018 über einen Zeitraum von zwei Jahren die Ausbildung von fünf Mitarbeitern aus der Gruppe der Flüchtlinge.

MeshHp Mongolei

 

Das Mongolian Emergency Service Hospital Hygiene Project (MeshHp) startete 2010, getragen von der Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Essen und der Feuerwehr Essen. Ziel des Projektes ist es, die Krankenhaushygiene in ausgesuchten Pilot-Krankenhäusern in Ulaanbaatar und die Hygiene und Notfallmedizin im Emergency Service der Stadt Ulaanbaatar zu verbessern. Die Dräger-Stiftung unterstützte dieses sowohl gesundheits- als auch sozialpolitisch wichtige Projekt ab 2015 über einen Zeitraum von drei Jahren.